Meditation erhält Gesundheit und fördert Heilung

Lange Zeit wurde die Meditation in die Esoterik-Schublade verbannt. Heute wird sie höchst erfolgreich selbst von Ärzten oder Business-Coaches eingesetzt. Zahlreiche Untersuchungen liefern den wissenschaftlichen Beweis für ihre heilsame Wirkung und offenbaren erstaunliche Entdeckungen.

In der Ruhe liegt die Kraft, sagt ein bekanntes Sprichwort. Dennoch hetzen wir in einem atemberaubenden Tempo durch den Alltag, sodass wir nicht mehr spüren, was wir dringend brauchen. Nicht umsonst rangieren Methoden zur Stressreduzierung und Steigerung des Wohlbefindens ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Nun beweist die neuere Forschung, was die Weisen vieler Kulturen und Länder seit Jahrtausenden wissen: der Weg in die Mitte hat therapeutischen Nutzen und ist für jedermann erlernbar.

Stress, Sorgen und immer wiederkehrende Gedanken zu Problemen machen uns innerlich unfrei, verspannt und gereizt. Durch Achtsamkeit und Konzentration auf den Atem reduziert sich das sogenannte „innere Geschwätz“ und der Geist wird ruhiger. Mit regelmäßiger Meditation setzen tiefgreifende Veränderungen ein, die neurologisch an veränderten Gehirnwellen messbar sind. Der Herzschlag wird langsamer, die Atmung vertieft, die Muskelspannung reduziert und der Blutdruck gesenkt. Das Immunsystem wird langfristig positiv stimuliert und die Schmerzempfindung herabgesetzt. Das allgemein gesündere und harmonischere Lebensgefühl wirkt sich auf alle Aktivitäten aus, ob bei Beziehungen, in der Arbeit, in Bezug auf Verhaltensweisen oder Abhängigkeiten. Selbst der Alterungsprozess kann durch Meditation verlangsamt werden. Die ersten positiven Veränderungen stellen sich bereits nach kurzer Übungspraxis ein.

Wie Meditationstechniken funktionieren, worauf man als Anfänger achten sollte und in welchen Ebenen der weitere Einstieg in die Thematik stattfindet, ist in einem beachtenswerten und kurzweiligen Buch des Neurowissenschaftlers Ulrich Ott nachzulesen. „Meditation für Skeptiker“ beruht auf einer wissenschaftlich und weltanschaulich neutralen Grundhaltung und erklärt die Mediationspraxis in fünf Stufen. Von der individuell besten Körperhaltung, verschiedenen Atemtechniken über die Klärung emotionaler Regungen und die Betrachtung des gedanklichen Bewusstseinsstroms führt der Autor letztlich dahin, wo der Übergang vom Denken zum Sein stattfindet und auch spirituelle Erfahrungen gemacht werden können.

Den Informationen zum aktuellen Stand der Forschung folgt jeweils ein praktischer Abschnitt mit gut nachvollziehbaren Meditationsübungen. Eine wissenschaftliche Vertiefung bietet das Buch im zweiten Teil, in dem neben den verschiedenen Forschungsmethoden auch ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Methoden der Meditationsforschung gegeben wird. Ulrich Otts Ansatz, wissenschaftlich und undogmatisch, vermittelt theoretisches Wissen ebenso wie praktische Anleitungen.


Ulrich Ott:
Meditation für Skeptiker
Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst
O.W.Barth
206 S, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-426-29100-9