Essbare Wildkräuter im Frühling: Fit bleiben mit leckerem Superfood

Wenn sich der Winter langsam verabschiedet und die Temperaturen steigen, sieht man schnell die ersten Blätter an den Pflanzen sprießen. Der Frühling naht in Riesenschritten und bald ist es Zeit zum Wildkräuter sammeln! Sie kommen im Frühling nicht nur vielfältig vor, sondern sind auch besonders köstlich und gesund! Mach es also wie die Insekten, nutze die Energie der Wildkräuter und werde fit für den Frühling! Was du beim Sammeln von essbaren Wildkräutern im Frühling beachten solltest, wo du sie findest, wie du sie zubereitest und lange haltbar machst, erfährst du in diesem Ratgeber.



Das kleine 1x1 beim Wildpflanzen pflücken

Das Wichtige erst einmal vorweg: Ein Großteil der wilden Kräuter, die du in der Natur findest, ist essbar. Allerdings bedeutet dies jedoch auch, dass einige giftige Exemplare darunter sein können. Achte daher beim Sammeln von wilden Kräutern immer darauf: Pflücke nur das, was du auch zu 100 % sicher bestimmt hast! Denn Bärlauch wird zum Beispiel schnell mit den als giftig geltenden Maiglöckchen verwechselt. Augen auf auch bei Schafgarbe, Wiesen-Kerbel und der Wilden Möhre. Sie lassen sich manchmal nur schwer von der Hundspetersilie und dem giftigen Schierling unterscheiden.

Ein weiterer Grund, manche Kräuter nicht zu pflücken, liegt am Artenschutz. Spezielle Apps oder ein Pflanzenführer für heimische Wildkräuter mit Bildern sind ideal, essbare Wildkräuter im Frühling zu erkennen und sie von den giftigen oder geschützten Arten zu unterscheiden.



Wann ist die beste Zeit zum Kräuter sammeln?

Wildkräuter sammeln kannst du nicht nur im Frühling, sondern das ganze Jahr über. Doch im Frühjahr ist die Vielfalt der Wiesenkräuter nahezu grenzenlos. Hier bietet sich dir die ganze Bandbreite an Aromen – von süßlich bis sauer, über scharf bis hin zu bitter. Selbst salzige oder pilzige Noten finden sich im Frühling in manchen Wildkräutern. Im Folgenden findest du eine kleine Auswahl an heimischen Wildkräutern als Liste. Sie wachsen im Frühling ganz in deiner Nähe und du kannst sie ohne Bedenken, zum Beispiel als Wildkräutersalat genießen:

  • Knoblauchsrauke: Alles an diesem Kraut ist essbar, vom Stängel bis hin zu den Blüten und wenn du genügend sammelst, erhältst du allein aus diesem Gewächs einen ergiebigen Salat. Das Kraut hat ein leicht scharfes Aroma und – wie der Name schon sagt – schmeckt leicht nach Knoblauch. Wenn du es gern weniger scharf magst, sammele am besten die jüngeren Blätter, sie haben ein feineres Aroma.
  • Bärlauch: Ein absoluter Klassiker unter den Frühlings-Wildkräutern! Er ist schnell mit dem Maiglöckchen verwechselt, daher aufpassen beim Pflücken! Beim Bärlauch sind die jungen Blätter und die Knospen essbar. Die Blätter haben das stärkste Aroma, sie schmecken nach Knoblauch und Zwiebel. Bärlauch wirkt sich besonders entgiftend auf den Verdauungstrakt und das Blut aus.
  • Schafsgarbe: Dieses Kraut hat einen sehr eigenen Geschmack, der sich am ehesten mit „würzig“ beschreiben lässt. Finden kannst du die Schafsgarbe auf verdichteten Böden, wo oft auch Sauerampfer wächst.
  • Spitzwegerich: Dieses Kraut war lange ausschließlich als Heilkraut bekannt, um beispielsweise Stiche und Schwellungen zu behandeln. Mittlerweile wissen wir, dass es sich auch ausgezeichnet in einem Wildkräutersalat macht. Es punktet mit mildem Eigengeschmack und auch die Blüten sind essbar.
  • Sauerampfer: Dieses Kraut zeichnet sich durch sein saures Aroma aus und ist das Highlight als Salatzugabe. Nicht zu verwechseln mit dem stumpfblättrigen Ampfer, der zwar genießbar ist, aber weniger gut schmeckt. Sauerampfer findet sich vorwiegend auf Wiesen mit verdichtetem Boden.
  • Löwenzahn: Wer kennt ihn nicht? Die Blätter eignen sich hervorragend für Salat oder als Alternative für Spinat. Roh schmecken sie am besten und sollten allerdings nach der Blüte nicht mehr gepflückt werden, da sie zunehmend bitter werden und mehr Oxalsäure aufweisen. Auch die Blüten können roh sowie angebraten gegessen werden oder du verarbeitest sie zu einem leckeren Gelee.
  • Gänseblümchen: Als eines der bekanntesten Wildkräuter wird es gern zur Verzierung von Salaten und Desserts verwendet. Einen intensiven Geschmack hat das Blümchen nicht, kann aber feine Honigaromen zum Salat beisteuern!



Frühjahr ist Erntezeit: Die richtigen Plätze für Wildkräuter finden

Im Grunde kannst du überall Wildkräuter sammeln. Denn sie finden sich im Frühling entlang von Wegen, an Ackerrändern und sogar in der Stadt. Mit Ausnahme von den folgenden Standorten lässt sich das grüne Superfood wie Wildkräuter, Wildblumen oder Beeren auf Wiesen und an Gewässern entdecken. Beachte dabei folgende Tipps:

  • Sammele am besten entfernt von stark befahrenen Straßen, es empfiehlt sich ein Mindestabstand von 20 Metern. So kannst du ausschließen, dass die Wildkräuter mit Autoabgasen belastet sind.
  • Vermeiden solltest du das Sammeln von Wildkräutern am Rand von bewirtschafteten Feldern, da diese im Frühling oft mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt werden.
  • Meide die üblichen Gassi-Routen der Hundebesitzer. Die Hinterlassenschaften der Vierbeiner sind zwar der optimale Dünger für Wildkräuter, diese zu verzehren ist jedoch weder besonders hygienisch und zudem nicht ganz ungefährlich. Denn manche Hunde könnten mit Krankheiten wie z. B. dem Fuchsbandwurm infiziert sein.


Tipp: Nicht nur in der freien Natur auf Wiesen, auch im eigenen Garten oder auf Spielplätzen kannst du essbare Wildkräuter und Wildblumen im Frühling sammeln. Die Möglichkeiten Top-Sammelplätze zu entdecken, sind nahezu grenzenlos. Darum mach dich auf den Weg und gehe sehenden Auges durch deine Umgebung.


Wildkräuter pflücken: Tipps und Tricks

Essbare Wildkräuter sind bekömmliche und vitaminreiche Nahrungsmittel, die ganz im Sinne von Nachhaltigkeit sozusagen vor deiner Haustüre wachsen. Dabei macht es auch noch Spaß, diese vitalstoffreichen Kräuter in der Natur zu sammeln und mit nach Hause zu nehmen. Sie sorgen beim Kochen für interessante Aromen und stehen täglich frisch zur Verfügung. Außerdem lernst du beim Sammeln gleich deine Umgebung kennen und unterstützt durch deine Spaziergänge deine eigene Gesundheit.

Wenn du deine Lieblingssorten von Wildkräutern, zum Beispiel im Wald, aufgespürt hast, dann heißt es jetzt, sie achtsam zu pflücken. Bei der Ernte beachtest du am besten folgende Tipps:

  • Immer nur kleine Mengen pflücken, damit du auch im kommenden Jahr etwas ernten kannst.
  • Ein Korb oder Stoffbeutel eignet sich am besten zum Sammeln.
  • Nur gesunde und saubere Pflanzenteile pflücken.
  • Die beste Erntezeit ist vormittags oder um die Mittagszeit.



Wildkräuter aufbewahren und haltbar machen

Möchtest du deine gesammelten Wildkräuter lange haltbar machen, dann kannst du unterschiedliche Methoden anwenden. Willst du die gesammelten Kräuter schnell verzehren, dann sind sie in Vorratsdosen im Kühlschrank ein paar Tage lang gut haltbar. Langfristig solltest du aber auf andere Möglichkeiten nutzen, damit du auch später im Jahr etwas von den gesammelten Kräuterschätzen hast. Hier unsere Tipps:

  • Trocknen: Die wohl gängigste Methode, um Wildkräuter im Frühling lange haltbar zu machen. Entweder, du legst sie auf Zeitungspapier aus und lässt sie im Schatten in einer luftigen Umgebung ca. 3 Wochen trocknen. Alternativ bindest du sie zu kleinen Sträußchen zusammen und hängst sie zum Trocknen kopfüber auf. Die dritte Möglichkeit ist ein Dörrautomat, sofern du einen besitzt. Der gute alte Backofen tut es aber auch. Stelle die Temperatur zum Trocknen nicht höher als 30 °C ein, ansonsten verlieren die Kräuter zu viele Aromen.
  • Einfrieren: Am besten gelingt das mit kleinen Eiswürfelförmchen oder Vakuumdosen. So hast du immer gleich die richtige Menge beim Würzen von Gerichten parat. Die Kräuter fein hacken und zusammen mit Pflanzenöl oder Wasser in die Form geben.
  • In Salz einlegen: Hierfür die Kräuter waschen und klein schneiden. Dann gesammelt in ein Glas geben und mit Salz bedecken. Achte darauf, dass alle Kräuter mit Salz bedeckt sind. Mit dieser Methode sind sie im Kühlschrank ca. ein Jahr haltbar. Allerdings solltest du regelmäßig überprüfen, ob noch alle Kräuter mit Salz bedeckt sind und bei Bedarf nachfüllen.



So kannst du Wildkräuter von Frühling bis Winter lecker zubereiten

Wildkräuter erleben momentan einen regelrechten Boom! Wurde man vor ein paar Jahren beim Sammeln von Wildkräutern im Frühling noch als eigenwilliger Kauz belächelt, so ist das Sammeln und Essen wilder Kräuter mittlerweile salonfähig geworden. Viele Menschen ernten Wildkräuter, um damit zu kochen. Denn essbare Kräuter enthalten wertvolle Mineralien und Vitamine. Sie sind als wahres Superfood quasi direkt vor der Haustür zu finden. Einfacher kannst du dich nicht gesund ernähren!

Verwende sie als Bestandteil vieler Gerichte und profitiere von ihrem Geschmack. Für die besondere Wildkräuter-Note fügst du zum Beispiel Brennnessel deinem üblichen Smoothie hinzu. Einfache Rezeptideen für die Zubereitung von Wildkräutern sind außerdem:

  • Eine „wilde“ Kräuterbutter: Einfach ein Päckchen Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen, 1-2 Handvoll Wildkräuter klein schneiden und mit dem Saft einer halben Zitrone vermengen. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken und wer mag, kann die Kräuterbutter noch mit Blüten dekorieren – fertig! Die selbstgemachte Kräuterbutter kannst du etwa eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahren.
  • Eine Alternative ist Kräutersalz: Nicht nur zum Trocknen der Kräuter, sondern auch zum Würzen von Gerichten ist das Kräutersalz sehr lecker! Dafür die frischen Kräuter waschen, abtupfen und mit Scheren und Schneidern zerkleinern. Anschließend Salz dazugeben (Mischverhältnis 7 Teile Kräuter, 1 Teil Salz). Die Mischung auf einem Backblech verteilen und ca. eine Stunde lang bei 40 °C im Backofen oder zwei Tage an der Luft trocknen. Das Kräutersalz kannst du am besten in Einmachgläsern aufbewahren.

Rezept-Tipp für Nudelfans:

Zusammen mit ein paar einfachen Zutaten entsteht aus Wildkräutern ein köstliches und gesundes Pesto. Das benötigst du dazu:

  • 60g Wildkräuter mit einer Küchenwaage abwiegen
  • 100 g Pinien- oder Sonnenblumenkerne
  • 1 TL Salz
  • 170 ml Ölivenöl
  • Pfeffer
  • Parmesan
  • Knoblauchzehen (optional)

Alle Zutaten vermengen, in einen Mixer geben und fein zerkleinern. Anschließend das Pesto in ein Schraubglas füllen, noch einmal mit einer Schicht Öl abdecken und im Kühlschrank aufbewahren – einfach, lecker und gesund!


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