Wäsche drinnen trocknen: So geht es richtig

Frisch gewaschene Kleidungsstücke direkt auf der Wäschespinne im Garten lufttrocknen lassen – das ist längst nicht mehr für jeden machbar. Im Gegenteil: Wer in einer kleinen Wohnung lebt, freut sich, wenn überhaupt ein Balkon oder Heizungskeller in den Räumlichkeiten mit dabei ist. Sind auch diese nicht vorhanden, musst du zum Wäschetrocknen wohl oder übel mit deinen Wohnräumen vorliebnehmen. Aber Vorsicht! Hier lauern einige Fettnäpfchen, die es zu vermeiden gilt. Denn mit der nassen Wäsche steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum und damit ebenso die Schimmelgefahr.

Ein Korb voll nasser Wäsche enthält rund zwei Liter Wasser. Können diese nicht entweichen, lagert sich die Feuchtigkeit in den Wänden ab. Die Folge: Es entsteht ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Und die entstandenen Schäden können nicht nur für Ärger mit dem Vermieter oder hohe Entfernungskosten sorgen, sondern auch Erkrankungen hervorrufen. Vor allem dann, wenn du unter Allergien oder Asthma leidest oder dein Immunsystem ohnehin geschwächt ist.

Umso wichtiger ist es, einer Schimmelbildung durch das Trocknen deiner Wäsche drinnen Einhalt zu gebieten: Alle Tipps und Tricks dazu verraten wir dir in diesem Beitrag.

Maximale Drehzahl beim Schleudern einstellen

Um die Wäsche drinnen schonend und feuchtigkeitsarm zu trocknen, kannst du bereits vor dem Waschen einige Vorkehrungen treffen. Wähle an deiner Waschmaschine ein Programm aus, bei dem die Kleidung mit möglichst hoher Drehzahl geschleudert wird. Denn je weniger Restfeuchte die Wäsche beim Aufhängen drinnen hat, desto weniger Nässe gibt sie an die Umgebung ab. Optimal sind dabei 1.400 bis 1.600 Umdrehungen pro Minute, was sich bei modernen Maschinen häufig manuell einstellen lässt. Überprüfe dabei unbedingt, ob sich die Kleidungsstücke für solch hohe Schleudergänge eignen. Hemden, Hosen oder andere empfindliche Textilien solltest du vorher aussortieren.

Das richtige Zimmer auswählen

Ein Raum, in dem eine Temperatur von circa 20 Grad herrscht, ist perfekt, um Wäsche drinnen zu trocknen. In einem unbeheizten Zimmer oder einem kalten Kellerraum kann die Luft die Feuchtigkeit kaum noch aufnehmen, sodass diese schlimmstenfalls direkt in die Wand übergeht. Ein Fenster oder bestenfalls mehrere sollten für eine ausreichende Belüftung ebenfalls vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall und hast du auch keine installierte Lüftungsanlage im Raum, müssen alternative Lösungen her. So kann ein Ventilator vorübergehend Abhilfe schaffen oder du setzt direkt auf einen professionellen Luftentfeuchter.

Vor dem Aufhängen in der Wohnung: Wäschestücke ausschütteln

Wenn du deine Wäsche drinnen trocknest, wirst du schnell feststellen, dass die Kleidung ziemlich hart wird. Das ist leider ein unschöner Nebeneffekt, den das Aufhängen in Innenräumen mit sich bringt. Du kannst dem Ganzen jedoch ein wenig vorbeugen, indem du die Textilien einmal kräftig ausschlägst, wenn du sie aus dem Wäschekorb holst. Generell gilt: Je großflächiger du die Wäsche aufhängst, desto besser funktioniert die Luftzirkulation und desto schneller läuft der Trockenvorgang ab.

Für Durchzug sorgen

Und zwar mithilfe von zwei weit geöffneten Fenstern. So kann die Feuchtigkeit zügig entweichen und sammelt sich nicht im Raum. Idealerweise befinden sich die beiden Fenster direkt oder schräg gegenüber, sodass die Luft ungehindert durch das Zimmer strömt. So kann deine Wäsche auch drinnen optimal trocknen.

Wäscheständer richtig positionieren

Entscheidend für den Erfolg beim Wäschetrocknen in der Wohnung ist auch der Ort, an dem du deinen Wäscheständer hinstellst. Frontal gegen den Luftzug bringt leider nicht viel. Im Gegenteil: Trifft die Luft direkt auf ein großes Kleidungsstück, so wird sie gebremst und gelangt kaum noch an die Sachen unmittelbar dahinter. Daher solltest du deinen Trockner immer mit der Kopfseite zum offenen Fenster positionieren, damit der Luftstrom ungehindert durch die Leinen ziehen kann.

Achte dabei darauf, dass sich die Wäsche zum Trocknen drinnen nicht unmittelbar im Sonnenlicht befindet. Aufgrund der Nässe in der feuchten Kleidung wirkt die UV-Strahlung nämlich wie ein Brennglas. Das kann zum Ausbleichen der Farbe oder zu unschönen Verfärbungen im Stoff führen.

Alle Tipps zusammengefasst im Überblick

Dir schwirrt der Kopf von den vielen Hinweisen und Tipps? Keine Sorge – wir haben im Folgenden eine kurze Übersicht zusammengestellt, in der die wesentlichen Punkte noch einmal knapp aufgeführt sind:
  • Möglichst hohe Schleuderdrehzahl beim Waschprogramm einstellen, um die Restfeuchte zu minimieren
  • 20 Grad Raumtemperatur sind ideal, um Wäsche drinnen zu trocknen
  • Kleidungsstücke nach dem Waschen ausschütteln und großflächig aufhängen
  • Fenster öffnen und regelmäßig durchlüften

  • Heiz- und Lüftungsverhalten aufeinander abstimmen
  • Wäscheständer nicht frontal zum Fenster aufstellen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Mit diesen Tipps kannst du deine Wäsche auch drinnen problemlos aufhängen und trocknen lassen. Probiere es direkt aus!