Wasch-Mythen: Irrglaube oder Wahrheit?

Essig ist ein guter Weichspüler-Ersatz. Backpulver macht die Wäsche weißer. Caps werden auch im Geschirrspüler wieder sauber. Diese und viele weitere Mythen kursieren rund um das Thema Waschen. Doch was ist dran? Welche Weisheiten entsprechen der Wahrheit und welche Gerüchte sind schlichtweg Irrglaube? Wir sind den bekanntesten Mythen über das Wäschewaschen auf den Grund gegangen und haben sie genauer hinterfragt. Was wirklich stimmt und was sich als Unsinn herausgestellt hat, das verraten wir Ihnen gerne. Denn jetzt ist Schluss mit hartnäckigen Gerüchten – wir klären die bekanntesten Wasch-Mythen für Sie auf:

Essig statt Weichspüler?

Was gibt es Schöneres, als kuschelig weiche Textilen, die sich angenehm an die Haut anschmiegen? Deshalb greifen Viele zu Weichspüler. Doch was tun, wenn dieser leer ist? Oft wird versprochen, dass Essig ein guter Weichspüler-Ersatz ist. Aber was ist an diesem Wasch-Mythos wirklich dran? Fest steht: Essig ist ein praktischer Helfer im Haushalt. Doch in die Waschmaschine sollten Sie ihn besser nicht geben. Denn dort kann er zu Korrosion führen, Gummiteile angreifen und somit das Gerät beschädigen. Außerdem glättet Essig die Wäsche nicht oder macht sie weich, sondern entfernt lediglich Kalkrückstände von den Fasern. Dabei kann er unter Umständen sogar synthetische Materialien zerstören. Gegen die sogenannte Wäsche- oder Trockenstarre kommt das Hausmittel jedoch nicht an, da es nicht wie Weichspüler an den Textilfasern haften bleibt. Somit ist dieser Wasch-Mythos wiederlegt.

Tipp: Wer es gerne soft und kuschelig mag, der sollte besser auf einen herkömmlichen Weichspüler zurückgreifen.

Einmal getragen bedeutet normale Verschmutzung?

Weit verbreitet ist ebenfalls dieser Pflege-Mythos zum Thema Waschen: Kleidung, die einmal getragen wurde, entspricht normaler Verschmutzung. Auch diese Weisheit ist ein Irrglaube. Denn haben Sie ein Teil nur wenige Stunden getragen und nicht bekleckert, so handelt es sich um einen leichten Verschmutzungsgrad. Erst wenn Sie beispielsweise Ihr Shirt durchgeschwitzt oder es mehrfach getragen haben, zählt es zur Kategorie normale Verschmutzung. Arbeitskleidung oder sehr dreckige Kleidungsstücke gelten hingegen als stark verschmutzt.

Dessous von Hand waschen

Weit verbreitet ist der Wasch-Mythos, dass Dessous ausschließlich mit der Hand gewaschen werden sollten, um das empfindliche Material und den Spitzenbesatz zu schonen. Doch ist was wirklich wahr? Nein. Klar – diese empfindlichen Kleidungsstücke benötigen besondere Aufmerksamkeit beim Waschen. Doch moderne Waschmaschinen sind mit speziellen Programmen für feine Wäsche ausgestattet.

Tipp: Um das Material zu schonen, sollten Sie Ihre Dessous am besten in spezielle Netze wie die Wäschenetze im 3er Set von Leifheit geben. Diese schützen empfindliche Materialien.

Backpulver macht die Wäsche weißer

Was gibt es Lästigeres, als ein unschöner Grauschleier oder Flecken auf Ihrer Kleidung? Bereits nach wenigen Wäschen wird das strahlende Weiß Ihrer Lieblingshose zu einem tristen Grau? Ein bekannter Wasch-Mythos verspricht, diesem Problem den Kampf anzusagen. Backpulver gilt als Wundermittel und soll die Wäsche weißer machen. Doch stimmt das wirklich? Die Antwort lautet: Nein. Weder die Zugabe von Backpulver zum Waschgang noch das Einweichen der Kleidungsstücke in eine Mischung aus Wasser sowie dem Hausmittel sorgen dafür, dass der lästige Grauschleier oder Flecken verschwinden und die Textilien wieder strahlend weiß werden.

Cap in der Spülmaschine waschen

Dieser Wasch-Mythos klingt zwar skurril, funktioniert aber wirklich: Caps werden im Geschirrspüler wieder sauber. In der Waschmaschine gehen sie durch das Schleudern hingegen häufig kaputt. Doch nicht in der Spülmaschine. Sie brauchen dafür lediglich eine runde Schüssel verkehrtherum in das obere Fach der Maschine zu stellen und Ihre Kappe daraufzulegen. Wichtig ist dabei, dass sie beim Spülgang nicht verrutschen kann. Geben Sie im Anschluss noch einen Geschirrspüler-Tab hinzu und schalten Sie das Gerät ein – und schon wird Ihre Cap wieder sauber.

Wichtig: Verzichten Sie bei dem Spülvorgang auf schmutziges Geschirr. Außerdem sollten Sie keine Kappen in der Spülmaschine waschen, deren Schirm aus Pappe bestehlt. Denn diese können bei dem Waschgang kaputt gehen.

Jeans in das Eisfach statt in die Waschmaschine?

Damit die Lieblingsjeans möglichst lange hält, muss sie richtig gepflegt werden – so viel steht fest. Aber wie? Ab in die Waschmaschine? Dabei leidet jedoch das Material. Die Jeans kann aus der Form geraten, verliert ihre Farbe und auch die Fasern werden durch die Reibung angegriffen. Doch dieser Wasch-Mythos soll Abhilfe verschaffen und dem Dilemma ein Ende bereiten: Denn das Gefrierfach soll dabei helfen, dass die Lieblingshosen frisch bleiben – ganz ohne waschen. Bakterien, die unangenehme Gerüche verbreiten, sollen im Eisfach aufgrund der Minustemperaturen in den Kälteschlaf versetzt werden. Dafür einfach die Jeans für 24 bis 48 Stunden in das Gefrierfach legen – und schon ist sie wieder frisch. Doch funktioniert dieser Mythos wirklich und wird das Wäschewaschen damit überflüssig? Nicht ganz: Zwar können unangenehme Gerüche dadurch für eine gewisse Zeit verschwinden, aber Flecken kann die Kälte nichts anhaben. Deshalb ist die Wäsche der Lieblingsjeans immer noch die beste Wahl.

Tipp: Um das Material Ihrer Lieblingsjeans zu schonen, lohnt es sich, diese auf Links zu waschen.

Trommel darf nicht ganz voll sein

Damit Ihre Wäsche wieder richtig sauber wird, sollte die Trommel Ihrer Waschmaschine nicht ganz voll sein – an diesem weit verbreiteten Wasch-Mythos ist wirklich etwas dran. Denn nur so haben die Wäschestücke genug Platz, um sich zu bewegen.

Wichtig: Achten Sie beim Befüllen der Waschmaschine darauf, dass mindestens eine Handbreit Platz in der Trommel ist.

Viel hilft viel

Mit viel Waschmittel wird Ihre Wäsche im Nu wieder sauber – stimmt das? Natürlich gilt: Je stärker die Wäsche verschmutzt ist, desto mehr Waschmittel benötigen Sie. Aber nicht zu viel, da sonst Reste auf Ihrer Kleidung zurückbleiben können. Somit ist auch dieser Wasch-Mythos widerlegt.

Wichtig: Die Dosierung des Waschmittels sollte nicht nur auf den Verschmutzungsgrad Ihrer Textilien abgestimmt sein, sondern auch auf die Wasserhärte Ihres Wohnorts. Um diese zu erfahren, können Sie zum Beispiel einfach bei Ihrem Wasserversorger nachfragen.