Die Düfte des Lebens

Stärker als alle anderen Sinneseindrücke wirken Düfte auf uns. Im Nu vermögen sie Stimmungen zu verändern, längst vergessene Erinnerungen wachzurufen oder bestimmte Assoziationen zu empfinden. Kein Wunder: der Geruchssinn ist der älteste aller Sinne und ist sofort nach der Geburt aktiv. Aromen haben somit lebenslang einen subtilen Einfluss auf Körper, Geist und Seele.

Jeder kennt sie: die Assoziationen zu bestimmten Düften, die uns in Sekundenbruchteilen erreichen. Frisch gebackenes Brot, aufgebrühter Kaffee am Morgen wecken den Appetit auf Frühstück; der Duft nach Sonnencreme gibt uns sofort das Gefühl von Urlaub und Aromen von Zimt, Äpfeln und Tannen erinnern unverzüglich an Weihnachten. Beliebig ließe sich diese Liste fortsetzen, mal allgemeiner, mal ganz speziell. Die Kombination von Riechen und Erleben wird in einer Art Duftgedächtnis im Limbischen System gespeichert, einem Teil des Gehirns, das unter anderem für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist. Wir können uns diesem Einfluss nicht entziehen, selbst wenn wir wollten.

Gezielt eingesetzt können Düfte allerhand bewirken. Das macht sich die Aromatherapie seit langer Zeit zunutze, die noch im Mittelalter zur Heilung bestimmter Krankheiten weit verbreitet war. Später geriet dieses alte Wissen in Vergessenheit bis es schließlich Mitte des 20. Jahrhunderts allmählich wiederentdeckt wurde. Heute kann man wissenschaftlich beweisen, was man früher als Überlieferung weitergab und nutzt diese Erfahrung, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Herzschlag, Blutdruck und Atemtätigkeit sind eng mit Düften verbunden. Besonders stark nehmen wir diese Wirkung wahr, wenn wir Zeit und Muße haben. Optimal also für alle Wellness-Bereiche und für die Ruhephasen daheim. Jasmin und Lavendel etwa wirken stark beruhigend und stimmungsaufhellend, sie lindern Stress und lösen Verkrampfungen. Lavendel sorgt für Ausgeglichenheit, stärkt zudem die Nerven und schenkt erholsamen Schlaf. Jasmin, die Königin der Nacht, wie die Pflanze in Indien genannt wird, hüllt in eine romantische Atmosphäre, lässt optimistische Gefühle wachsen, schenkt Vertrauen und Euphorie.

Vanille wiederum erheitert, wärmt und steigert die physische und psychische Aktivität. Besonders Kindern nimmt Vanille die Nervosität, besänftigt und bringt flugs gute Laune.

Der sanfte Duft des Frühlings kommt mit dem Duft der Magnolie einher. Ihm wird eine besonders beruhigende und ausgleichende Wirkung nachgesagt, die Zorn und Ärger mildert, entspannt und zu kreativem Arbeiten anregt. Die sinnliche Wirkung dieses angenehmen Aromas löst festgefahrene Gefühle und öffnet das Herz.

Die poetischsten Worte für die positive Wirkung der Aromen fand der französische Essayist Joseph Joubert Mitte des 19. Jahrhunderts als er seine Gedanken in einem Brief festhielt: „Düfte sind wie die Seele der Blumen. Man kann sie fühlen, selbst im Reich der Schatten.“

Weiterführende Links:

www.aetherische-oele.net/
www.wellness-und-entspannung.de/content/balance_harmonie/index.php?cat=7&subcat=61&article=49