Erholung ist keine Frage der Dauer

Zwei Wochen am Stück müssen sein. Das sagt zumindest das deutsche Arbeitsrecht, das 12 durchgehende Tage als Pflichtprogramm für den Jahresurlaub vorsieht. Relevante Erholung stelle sich erst nach einer bestimmten Dauer der freien Zeit ein. Stimmt nicht, sagt die Wissenschaft.

Für die meisten ist der Sommerurlaub die wichtigste Zeit im Jahr. Zwei bis drei Wochen, in denen man sich endlich erholen darf. Runterkommen vom Alltagsstress, einfach mal Abschalten und Auftanken – die Erwartungen sind hoch. Umso ernüchternder ist dann die Erkenntnis, dass der theoretisch bis zu zehn Wochen anhaltende Regenerationseffekt oft schon nach ein bis zwei Wochen verpufft ist.

Was macht die Qualität eines Urlaubs aus? Sicher nicht die Länge, wissen Arbeitspsychologen und Stressforscher, die in mehreren voneinander unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchungen herausgefunden haben, dass es für den Erholungswert völlig unerheblich sei, ob die Reise lang oder kurz war. Viel wichtiger sei die Frage, wie die freie Zeit erlebt wurde. Abhängig vom individuellen Alltag und vom Persönlichkeitstypus wird dem Einen ein Aktivurlaub, dem Anderen eher ein Wellness-Angebot subjektiven Genuss bereiten. Wie so oft im Leben ist es die Mischung, welche die ersehnte Balance erzeugt. Ein moderater Wechsel zwischen Relaxen sowie sportlichen oder kulturellen Aktivitäten bringt den höchsten Erholungswert mit sich. Den Alltag einfach auszublenden, etwas Neues zu lernen oder etwas zu tun, was man sich schon lange vorgenommen hat, verstärkt diesen Effekt enorm. Das muss nichts Großes sein. Und es funktioniert auch, wenn es „nur“ an einem verlängerten Wochenende stattfindet. Bei einem Städtetrip etwa oder einem verlängerten Wochenende auf dem Land. Schöne Inspirationen dazu gibt es im Internet auf Portalen wie etwa mycitytrip.com.

Wer sich regelmäßig zu Kurzreisen aufmacht, profitiert noch dazu von einem Extrabonus: der Vorfreude. Die macht nämlich einen Großteil des sogenannten Urlaubsfeelings aus, wie die Forscher auch herausfanden. Wer sich in regelmäßigen Abständen auf eine Mini-Auszeit freuen kann, bewältigt den Alltag nach der Rückkehr lockerer. Frei nach dem Motto: nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.

Die Folge ist mentale Entlastung, die wir in Zeiten der allgemeinen Reizüberflutung dringend brauchen. Deshalb wäre es am besten, auch in den normalen Alltag ein kleines Stück Urlaub einzubauen. Eine kleine, bewusste Pause täglich zwischendurch, am Wochenende etwas mehr. Und der nächste Kurzurlaub ist ja ohnehin schon bald.

Weiterführende Links:

www.mycitytrip.com
www.spiegel.de
www.spiegel.de
www.freundin.de
www.hoerzu.de