Auf die Pilze, fertig, los!

Wenn sie sprießen, sind sie kaum zu halten. Weidenkörbe werden hervorgeholt und die Taschenmesser gewetzt. In aller Herrgottsfrühe machen sich die Pilzsammler auf den Weg, um eine möglichst große Ausbeute mit nach Hause zu nehmen. Wichtigster Wegbegleiter: ein solides Wissen über die verschiedenen Pilzarten und ihre Eigenheiten.

Was für den frühen Vogel gilt, dem der Wurm leichter zufällt, gilt in gleichem Maße für den Pilzsammler. Wer früher dran ist, findet die schönsten Plätze und bekommt sein Körbchen schneller voll. Frühaufsteher haben hier eindeutig die besseren Karten, auch wenn es für die Qualität der Pilze ziemlich egal ist, zu welcher Tageszeit sie gesammelt werden.

Die Ausrüstung ist überschaubar: ein Messer und ein Korb, ob Weide oder Span ist unerheblich. Wichtig ist, dass Luft an das Sammelgut kommt. Beutel eignen sich deshalb nicht so gut als Behälter und Plastiktüten sind gänzlich ungeeignet. Das Messer sollte klein und idealerweise zum Klappen sein, um die Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Spezielle Pilzmesser sind gebogen und haben am Ende noch einen praktischen Pinsel, um die Pilze an Ort und Stelle von Erde und Waldresten zu säubern. Das spart für zu Hause eine Menge Arbeit und sieht schon beim Transport sehr appetitlich aus. Übrigens sollten Pilze nicht ausgerissen, sondern aus dem Waldboden gedreht werden. Das entstandene Loch füllt man mit etwas Waldboden auf, damit die Schwämme wieder gut nachwachsen können.

Wer kein absoluter Profi ist, nimmt am besten ein profundes Pilzbuch mit, das bei der Bestimmung mit dem richtigen Rat zur Seite steht. Fast jeder Speisepilz hat einen giftigen Doppelgänger. Wer sich unsicher ist, fragt lieber bei einem Experten nach, bevor der Pilz in der Pfanne landet. Gerade für Anfänger ist es mitunter recht schwer, die richtige Auswahl zu finden. Im Internet findet man sehr lehrreiche und informative Websites, die beim Erkennen helfen und über so manche Unwahrheiten aufklären, die gerne erzählt werden.

Pilze sind herrliche und sehr schmackhafte Nahrungsmittel. Da sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie extrem kalorienarm. Durch ihren hohen Eiweißanteil sind sie allerdings sehr leicht verderblich, weshalb sie möglichst rasch nach dem Sammeln verbraucht werden sollten. Lagern sie zu lange, sondern sie ein Gift ab und sind nicht mehr ohne Bedenken zu verzehren.

Vor dem Zubereiten sollten sie gut geputzt werden. Am besten mit einem Pinsel oder einem weichen Küchentuch vorsichtig abreiben, beschädigte Stellen und Stielenden mit einem kleinen scharfen Messer abschneiden. Keinesfalls dürfen die „Schwammerl“ in Wasser eingeweicht werden. Sie saugen sich voll und büßen damit ihr würziges Aroma ein.

Übrigens: hätten Sie’s gewusst? Pilze zählen weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren. Sie sind eine eigene Gattung, die schon seit tausenden von Jahren existiert.

Weiterführende Links:
www.pilzforum.eu/
www.pilzwanderer.de/