Trockene Raumluft kann krank machen

Viele Menschen leiden im Winter an Erkältungen und Infekten. Grund dafür ist nicht nur ein möglicherweise schwächeres Immunsystem, sondern auch mangelnde Raumfeuchte. Wie amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, finden Grippeviren gerade in trockener Luft viel bessere Bedingungen, wodurch das Ansteckungsrisiko steigt.

Gerade in unseren gemäßigten Klimazonen nimmt das Schniefen und Schnupfen im Winter regelmäßig deutlich zu. Die Menschen verbringen mehr Zeit in geschlossenen Räumen und das Immunsystem ist durch das mangelnde Sonnenlicht schwächer. Das sind die gängigen Erklärungsansätze, die allerdings nicht die größte Rolle spielen. Hauptursache ist hingegen die kalte Winterluft, in der Influenza-Viren länger überleben und sich stärker verbreiten können. US-Forscher haben dies herausgefunden und mit einer umfangreichen Studie belegt.

Kalte Luft ist trocken. Was paradox klingt, ist leicht erklärt: Luft, die im Winter von draußen in die Räume gelangt, enthält nur wenig Wasserdampf. Denn kalte Luft kann generell viel weniger Wasser aufnehmen als warme. Dennoch entsteht bei uns der Eindruck, dass die kalte Luft feucht sei, schließlich gibt es häufig Nebel. Das liegt allerdings daran, dass die kalte Luft ihr Maximum an Feuchtigkeit bereits aufgenommen hat und den Überschuss wieder abgibt. Absolut gesehen ist nur eine geringe Feuchtigkeit in der kalten Luft vorhanden, was schließlich auch in die Räume gelangt.

Und schon frösteln wir, obwohl das Thermometer 22 Grad zeigt. Denn bei niedriger Luftfeuchtigkeit fühlen wir dieselbe Temperatur wesentlich kälter als bei hoher. Die Folge: Wir stellen den Heizungsregler höher. Das bisschen enthaltene Feuchtigkeit verdunstet nun noch schneller und die Luft wird in der Wärme noch trockener.
Was dann folgt ist der Sahara-Effekt: Die Haut spannt, die Atemwege sind trocken und die Augen brennen. Wer kennt das nicht?

Durch häufiges Lüften wird das Problem im übrigen nur stärker. Schließlich kommt ja immer weiter kalte und damit trockene Luft ins Zimmer. Abhilfe bringen nur Maßnahmen innerhalb der eigenen vier Wände, sei es durch Zimmerpflanzen oder Luftbefeuchter. Warme Luft mit ausreichender Feuchtigkeit bekommt den Krankheitserregern weit weniger gut, wie die amerikanischen Wissenschaftler bestätigen. Wer für ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen sorgt, fühlt sich wohler und lebt gesünder. Da man sich bei geringeren Temperaturen dennoch wärmer fühlt, werden dabei sogar noch Heizkosten gespart.

Weiterführende Links:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ausbreitung-im-winter-grippeviren-moegen-s-trocken-a-606618.html